Geschichte & Kultur
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Luise Kopp-Stiftung

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Luise Kopp August Kopp

 

Nur wenige Gemeinden dürften eine eigene Stiftung zur Förderung ihrer Belange besitzen - Rehborn hat dieses Glück.

Seit dem Jahr 1973 ist es kirchlicher und politischer Gemeinde gemeinsam möglich, die Jugendarbeit der Vereine, die Bildung, Denkmal- und Heimatpflege finanziell zu unterstützen.

Möglich wurde diese Hilfe am Gemeinwohl durch Pfarrer August Kopp und seiner Frau Luise.

Georg Körper würdigte das Stifterehepaar Kopp zum 25-jährigen Bestehen der Stiftung im Jahr 1998 in einer Ansprache im Rahmen der Feierstunde:


"Als ältestes Mitglied im Vorstand der Luise-Kopp-Stiftung wurde mir die Ehre zuteil, ihnen das Leben und Wirken der Eheleute Kopp in der Gemeinde Rehborn zu schildern. Als Zeitzeuge kann ich dies wohl auch noch tun, denn ich wurde von Pfarrer Kopp getauft, konfirmiert und getraut."


August Kopp wurde am 7. Juni 1886 in der Daubhausmühle in Alsenz geboren. Er besuchte die dortige Volksschule und anschließend das Gymnasium in Zweibrücken.

Er studierte an den Universitäten Erlangen, Marburg, Berlin und Heidelberg evangelische Theologie. Von 1912 bis 1915 war er Pfarrverweser in den Gemeinden Erlenbach bei Kandel, Jettenbach und Rathskirchen, dann war er 1915 kurze Zeit Stadtvikar in Lauterecken, bis er zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Zum Pfarrer wurde er am 16. März 1916 ernannt. Im Jahre 1915 diente er als Krankenwärter und dann von 1915 bis 1918 als Feldgeistlicher.

Aus dem Krieg heimgekehrt, trat er im Jahre 1919 die Pfarrstelle in Rehborn an, die er dann bis zum Jahre 1948 innehatte.
Im Jahre 1920 heiratete er die am 18.Dezember 1898 geborene Industriellen- und Kaufmannstochter Luise Heidmann aus Remscheid, die ihm eine große und treue Helferin in seiner Gemeinde wurde. Leider blieb die Ehe kinderlos. Ganz intensiv begann er die Jugendarbeit, die ihm sehr am Herzen lag. Mit der Jugend baute er die vorhandenen Wirtschaftsgebäude, Scheune und Ställe, zu einem Saal mit Bühne, Kegelbahn und Nebenräumen aus. Turn-, Spiel- und Theaterabende wurden darin abgehalten.


1924 begann er mit der Männerarbeit und zusammen mit seiner Frau 1927 die Frauenarbeit, die bis in die Jahre 1937/38 geführt wurden und dann eingestellt werden mussten.
1929 kaufte er auf eigene Rechnung im Rheinland eine dreiteilige Baracke; sie war Nachlass aus der französischen Besatzungszeit, die nach Abzug der Truppen frei geworden war, und baute diese mit der Jugend im Wald beim Neudorferhof auf. Das Gelände stellte die Gemeinde Lettweiler kostenlos zur Verfügung. Diese Stätte stand der Jugend in den Ferien und an Wochenenden zur Verfügung. Bei seiner Erziehungsarbeit stellte er das Rauchen und den Alkohol ganz in den Hintergrund, was zu späterer Zeit auch seine Früchte trug und bis heute noch seine Wirkung zeigt.


Bei all seinem Tun in der Gemeinde wurde er durch seine Frau Luise, nach der unsere Stiftung benannt ist, voll unterstützt. Sie übernahm später den Frauenkreis mit Vorlesungen, Ausflügen, Kaffeekränzchen usw. Wöchentlich besuchte sie die Kranken im Dorf und stand jeder Familie mit Rat und Tat zur Seite. Im 2. Weltkrieg übernahm sie die örtliche Krankenpflege und war überall dort tätig, wo "Not am Mann" war.


Und wo war die Not zu dieser Zeit nicht, bei den vielen großen Opfern, die der Krieg fast von jeder Familie forderte und die des Zuspruchs und des Trostes bedurften. Die Tür des Pfarrhauses stand für jedermann offen.
August Kopp war ein entschiedener Gegner des Antisemitismus, seine Einstellung passte daher nicht zu der damaligen Zeit des "Dritten Reiches". Auch war er ein entschlossener Mitstreiter und Mitglied der "Bekennenden evangelischen Kirche", worauf auch seine Verbindung zu Bischof Dibelius und dessen Besuch in Rehborn zählte, was ihn aber zu stetem Gegensatz zur politischen Seite brachte. Nach überlieferten Unterlagen entging er nur knapp der Deportation. 

Gleich nach dem 2. Weltkrieg wurde August Kopp das Amt eines Landrates angetragen, was er aber entschieden ablehnte: Er blieb Kirchenmann.

Die evangelische Kirche der Pfalz berief ihn am l. April 1948 als Oberkirchenrat nach Speyer. Zu seinem Aufgabengebiet zählte die Pflege der Ökumene sowie die Betreuung und Rückführung der Kriegsgefangenen.
Mit dem Wechsel nach Speyer war seine seelsorgerische Tätigkeit in Rehborn beendet. In einer Feierstunde ernannte ihn die politische Gemeinde, in Würdigung seiner Verdienste, zum Ehrenbürger.


Im Jahre 1954, 68 Jahre alt, trat er in den Ruhestand. Er wohnte dann fast zehn Jahre in Bad Kreuznach und nach dem plötzlichen Ableben seiner Frau, im Jahre 1966, für kurze Zeit in Meisenheim. Seinen Lebensabend verbrachte er im Altenheim der Arbeiter-Wohlfahrt in Bad Kreuznach, wo er 84-jährig, am 17. Juni 1970 verstarb. Seine letzte Ruhestätte fand er neben seiner Frau, auf dem Rehborner Friedhof. Die Pflege der Grabstätte erfolgt durch die politische und Kirchengemeinde Rehborn gemeinsam. Nicht nur zu Lebzeiten lag ihm die Erziehung, Ausbildung und Förderung junger Leute am Herzen, sondern auch über den Tod hinaus.


Wahrscheinlich resultiert daraus auch sein Entschluss, dass er zwei Jahre nach dem Ableben seiner Frau testamentarisch die Gründung einer "Luise-Kopp-Stiftung" verfügte, in die er sein Vermögen und eine Briefmarkensammlung einbrachte. Dokumentiert wurde diese Stiftung im Januar 1973 unter der Federführung von Albert Schmidt, dem damaligen Bürgermeister von Bad Kreuznach, und besteht nun somit 25 Jahre.

Stiftungsvorstand Karl-Eduard Deiler beschrieb im Rahmen des 25-jährigen Bestehens die Gründung der Stiftung und ihre Aufgaben:

Der frühere Rehborner Pfarrer und spätere Oberkirchenrat der protestantischen pfälzischen Landeskirche in Speyer, August Kopp, hinterließ in einem Testament vom 20. September 1968 ein Vermögen, das in eine Stiftung mit dem Namen seiner verstorbenen Ehefrau "Luise Kopp" einfließen sollte.

Als Nachlasspfleger war der ebenfalls frühere Rehborner Bürger und Bürgermeister der Stadt Bad Kreuznach, Albert Schmidt, eingesetzt. Nach dem Tod von August Kopp am 17. Juni 1970 betrieb der Nachlasspfleger die Gründung der Stiftung. Eine Satzung wurde entworfen, die zunächst vom Nachlassgericht gebilligt wurde und nach einigen Änderungen auch die staatliche Genehmigung durch das Innenministerium Rheinland-Pfalz erfuhr.

Am 12. Oktober 1972 stimmten der Gemeinderat Rehborn und am l5. Oktober 72 das Presbyterium der Protestantischen Kirchengemeinde Rehborn der Satzung zu. Dies war notwendig, weil nach dem Willen des Erblassers diese beiden Gremien die Geschäfte der Stiftung übernehmen sollten.


Endlich am 21. Januar 1973 war es dann soweit. Vor Notar Erich Gräff, Bad Kreuznach wurde vom gerichtlich bestellten Nachlasspfleger, Albert Schmidt, die Stiftung des bürgerlichen Rechts "Luise-Kopp-Stiftung" mit Sitz in Rehborn gegründet.

Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke im Sinne der Gemeinnützigkeitsverordnung vom 14. Dezember 1953. Nach der Genehmigung durch die Bezirksregierung wurde als Aufsichtsbehörde das damalige Landratsamt, heute Kreisverwaltung Bad Kreuznach festgesetzt.

Am 19. Februar 1973 wurde der Text der Satzung im Staatsanzeiger veröffentlicht.

 

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