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Fichtensterben im Weinwiesental

Gem 2018 Fichtensterben

Im Weinwiesental oberhalb von Rehborn kreischen derzeit häufig die Motorsägen. Nach und nach wird ein Fichtenwald gefällt, weil die Nadelbäume vom Borkenkäfer befallen werden. Stefan Gesse vom Forstrevier Meisenheim gab ein TV-Interview, das auf YouTube zu sehen ist..
Die Fichte ist der Brotbaum der deutschen Holzindustrie; sie wächst schnell und gerade. Genau richtig, um aus ihrem Holz Dachstühle, Möbel, Span-, Sperrholzplatten und vieles andere mehr herzustellen. Fichten schützen in Steillagen als Schutzwälder die besiedelten Täler vor Lawinen und Steinschlägen. Das Problem des Nadelbaums: Er liebt es eher etwas kühler.
Und das ist das Problem – es wird immer wärmer, zu warm für die Fichte. Und damit wird sie anfällig für den Borkenkäfer, der in kurzer Zeit einen ganzen Fichtenwald abtöten kann. Innerhalb von sechs Wochen muss ein betroffener Baum gefällt und entsorgt sein. Eines der sichtbaren Zeichen des Baumsterbens: Die grünen Wipfel färben sich rötlich. Im Glantal liegen die Temperaturen etwas höher als beispielsweise im Hunsrück, wo das Fichtensterben auch schon abzusehen ist. Wird es noch etwas wärmer, könnten Fichten bald nur noch in Deutschlands Hochlagen gedeihen.
In einem betroffenen Waldstück im Rehborner Weinwiesental spricht Thomas Link, einerseits Rehborner Ortsbürgermeister und andererseits Moderator bei „Leben mit der Energiewende TV“, mit Förster Stefan Gesse. Dieser lässt die befallenen Fichten nach und nach entnehmen, pflanzt dafür junge Bäume. Diese, so hofft Gesse, kommen besser mit der Wärme und den häufigeren Starkregenfällen zurecht. Als Brotbaumersatz werden Weißtannen und Douglasien gesetzt, die mit Kunststoffhüllen vor Wildverbiss geschützt werden müssen.
Als Ortsbürgermeister legt Thomas Link Wert darauf, dass neben Eichen und Buchen auch alte, fast ausgestorbene heimische Laubbäume wie Elsbeere und Speierling gepflanzt werden. Die Baumstämme seltener Baumarten könnten in mehr als 200 Jahren noch gefragt sein und auch dann noch teuer gehandelt werden. Zudem stehen am Waldrand auch kleine Wildbirnen.
Im Moment allerdings fällt eine Fichte nach der anderen. Ein Kahlschlag ist nicht möglich, weil die verbleibenden Nadelbäume dem Ersatz noch etwas Schutz bieten.
Denn wenn die letzte Fichte fällt, soll junges Baumgrün schon nachgewachsen sein.
Das TV-Interview ist hier zu sehen:  https://www.youtube.com/watch?v=k8U4jMXlqfM

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