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Mauern nicht besteigen

Gem 2017 Naturlehrpfad verboten

„Betreten verboten – Absturzgefahr“ und dazu ein Piktogramm. Insgesamt vier solcher Gefahr-Hinweise finden sich seit Dienstag am oberen wie unteren Weg des Naturlehrpfades. Damit ist aber nicht gemeint, dass der Weg zu den Orchideen für Fußgänger gesperrt ist. Vielmehr besagt es, dass man auf den alten Weinbergmauern nicht herumlaufen oder sie gar erklettern soll.

Über das Aufstellen der Schilder waren weder die Ortsgemeinde, die für Ordnung und Sicherheit auf dem Weg verantwortlich ist, noch das Forstrevier als Eigentümer des Geländes informiert. Vermutlich wurden sie von der Firma installiert, die im vergangenen und diesem Jahr Teile des alten Mauerwerks saniert und neu aufgebaut hat.

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Bewegend: Bänke eingeweiht

Sechs Australier und ein Engländer reisten heute nach Rehborn, um acht gespendete Bänke der Erinnerung (siehe früheren Post) offiziell zu überreichen; ihre Vorfahren waren im August 1944 bei einem Flugzeugabsturz auf der Rehborner Wart ums Leben gekommen.

Gem 2017 Bänke der Erinnerung

Die Besucher trafen schon vormittags ein. Ortsbürgermeister Thomas Link und Ortschronist Rainer Thielen besuchten mit den Gästen Aussichtspunkte mit Blick auf die Wart und erzählten das, was in der Gemeinde über den Absturz bekannt ist.

Am Nachmittag traf man sich mit unerwartet vielen Rehbornern am Anfang des Naturlehrpfades, wo eine der gestifteten Bänke steht und Informationstafeln in englischer und deutscher Sprache an das Unglück erinnern. Nach einer kurzen Ansprache des Ortsbürgermeisters überreichte dieser drei Erinnerungstafeln aus Rehborner Eiche. Darauf angebracht sind Teile der Unglücksmaschine, die erst kürzlich bei Baggerarbeiten gefunden wurden. Sichtlich bewegt wurden die Erinnerungsstücke entgegen genommen. Zwei der Söhne der Soldaten hielten ebenfalls kurze Ansprachen des Dankes, dass ein Ort der Erinnerung geschaffen wurde.

Im Anschluss liefen Gäste und Besucher noch ein Stück die Wart hinauf und näher zur eigentlichen Absturzstelle.

Die Veranstaltung wurde live ins Internet zu weiteren Angehörigen in Prag und Australien übertragen.

Im Rahmen der Veranstaltung dankte Thomas Link auch Klaus Martin aus Sobernheim, der zur Erinnerung an den einstigen Rehborner Pfarrer August Kopp und dessen Stiftung einen Baum gespendet hatte. Auch hierzu hat der Ortsbürgermeister eine Informationstafel erstellt, die im Naturlehrpfad an einem Aussichtspunkt ihren Platz finden wird.

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Acht Bänke der Erinnerung

Ein viermotoriger englischer Halifax-Nachtbomber stürzte am Samstag, 12. August 1944, gegen 23 Uhr „Auf der Wart“ in Rehborn ab. Die acht Insassen starben. Jetzt, fast genau 73 Jahre später, spenden Nachfahren für jeden der Getöteten eine Ruhebank zum Gedenken.

Gem 2017 Acht Bänke der Erinnerung

Vor einigen Monaten nahm Richard York (im Foto rechts), der Enkel eines der Verunglückten, mit Ortsbürgermeister Thomas Link Kontakt auf. Er wollte mehr über den Flugzeugabsturz wissen und die Unfallstelle besuchen. Ortschronist Rainer Thielen konnte sein Wissen mit dem derzeit in Luxemburg arbeitenden Australier teilen:

„Vor dem Absturz zog das lichterloh brennende Flugzeug, von Lettweiler und aus Richtung Pletschbrunnen kommend, trudelnd, eine Schleife über Rehborn. Verlorene Wrackteile wiesen am nächsten Tag den Weg über die Hintergasse in Richtung Bahnhof. Alle acht Besatzungsmitglieder, vier Engländer und vier Australier, verloren beim Absturz das Leben. Die Toten setzte man auf dem Rehborner Friedhof bei. Im Jahr 1947 holten Briten die sterblichen Überreste ab und betteten sie auf den Soldatenfriedhof in Rheinberg/Niederrhein um.“

Anfang Februar kam Richard York nach Rehborn und besuchte zusammen mit dem Bürgermeister und dem Chronisten den Absturzort, an dem sich noch heute kleine Wrackteile finden lassen. Spontan sagte der Computerfachmann zu, eine Bank zu stiften, die eine ältere Sitzgelegenheit am „Herrenberg“ und damit unweit der Unglücksstelle ersetzen sollte. Die Stelle ist zugleich der Einstieg in den Naturlehrpfad, über dessen Orchideenpracht York und Link lange sprachen.

Wenige Tage später meldete sich Richard York noch einmal beim Bürgermeister. Sein Vater Bruce York, er und seine Geschwister sowie ein weiterer Nachfahre würden für jeden der Getöteten eine Ruhebank stiften. Der Rehborner Gemeinderat nahm das Geschenk gerne an.

Im Mai kam Richard York erneut nach Rehborn. Er hatte aus Australien acht Plaketten mitgebracht, die jeweils an einen der vor 73 Jahren Getöteten erinnern und die vom Gemeindearbeiter Viktor Wiederspan (links) an den Bänken angebracht wurden. Mittlerweile wurden fünf der Bänke im Bereich des Naturlehrpfades aufgestellt, weitere fanden ihren Platz am Friedhof, „Auf dem Loch“ hoch über Rehborn und im Weinwiesental.

Am Freitag, 4. August, um 15 Uhr kommt der Australier zum dritten Mal nach Rehborn. Mit dabei wird sein Vater Bruce York. In einer kleinen Feierstunde werden dann auf der Wart an der dort aufgestellten Bank zwei Informationstafeln über das Geschehen im August 1944 enthüllt – in englischer und deutscher Sprache.

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744 Rehborner Bürger

Per 30. Juni 2017 zählte das Standesamt 744 Bürger (per 31. Dezember 2016: 749) in Rehborn inklusive der 41 (44) Einwohner mit Nebenwohnsitz. Zum Jahresende 2014 zählten wir noch 782.

Die Rehborner bewohnen 275 Haushalte (+ 1).

Es gibt 46 Kinder (- 3) im Alter bis zu 9 Jahren, davon 17 (- 2) bis zu 2 Jahren. 10-19 Jahre: 65 (- 2); 20-29: 59 (+ 5); 30-39: 66 (- 1); 40-49: 85 (- 4); 50-59: 125 (- 2); 60-69: 121 (+ 5); 70-79: 83 (- 2); 80-89: 43 (+/- 0); 90-99: 10 (+ 3).

Im Jahr 2018 werden 7 (+ 6) Kinder eingeschult. Im Jahr 2019 voraussichtlich: 5 (- 2); 2020: 6 (+ 1); 2021: 6 (+/-0); 2022: 7 (+/- 0); 2023: 2.

528 (+ 4) Rehborner sind protestantischen Glaubens, 93 (- 2) katholisch. Ohne religiöse Angabe sind 80 (- 2) Personen.

Es gibt 391 (+/- 0) Ehepaare, 210 (+ 1) ledige Personen, 61 (+/- 0) verwitwete und 41 (- 1) geschiedene Rehborner.

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„Pixel“ schnurrte durch Rehborn

In Frankreichs Gemeinden ist er als kommunales Fahrzeug weit verbreitet – in Deutschland ist er dagegen noch nicht zugelassen: der Pixel X. Mit viel Zubehör ist der elektrisch angetriebene Kleinstlaster im Nachbarland als Geräteträger, als Straßenreiniger, Zugmaschine und Stromlieferant im Dauereinsatz.

Gem 2017 Pixel X-Besuch

In Hessen wurde das zweisitzige Gefährt mit seiner französischen Version und dortiger Straßenzulassung kürzlich Kommunen vorgestellt, da ein Importeur ( www.edrive-pixel.de ) aus Rüsselsheim es gegen Ende des Jahres in einer deutschen Variante auf den Markt will. Vor der Rückfahrt ins Werk in Grigny südlich Paris legte der Minilaster in Rehborn Station ein, weil Importeur Gregor Kraft und Ortsbürgermeister Thomas Link sich von elektromobilen Veranstaltungen kennen. So hatte denn Gemeindearbeiter Viktor Wiederspan eine gute Stunde die Gelegenheit, nahezu lautlos durch Rehborn und über die Gemark zu schnurren.

Obwohl handlich und wendig, schafft der Minilaster schon in der Grundversion 100 Stundenkilometer bei gleicher Reichweite. Geladen werden kann die Lithium-Eisen-Batterie an jeder Steckdose über Nacht, an Starkstrom schneller. Umgekehrt kann der Pixel auch Strom aus seiner Batterie abgeben. Bis zu einer Tonne Zuladung, Anhängekupplung und anderes mehr gehören zur Ausrüstung.

In Grigny werden jetzt zwei Prototypen für die Deutschland-Zulassung gebaut, u.a. mit größerer, hydraulisch kippbarer Ladefläche und mit mehr Bodenfreiheit. Wenn sie TÜV-abgenommen sind, kommt ein Deutschland-Pixel für eine Woche nach Rehborn zum kommunalen Testeinsatz. Diese Erfahrungen werden dann in die Serie einfließen.

Der Pixel T wird in Frankreich als siebensitziger Kleinbus als Verbindung zwischen Gemeinden eingesetzt.